Projektrecherchen über das Römische Imperium und seine Nachbarn, Persönlichkeiten und Gesellschaft
Freitag, 27. März 2026
Das Konkubinat im alten Rom
Kaiser Augustus hatte mit seinen Ehe-Gesetzen feste Regeln geschaffen, die vor allem für die Oberschicht galten.
Dennoch verbot er das Konkubinat nicht. Es war eine eheähnliche Gemeinschaft, die sich aber deutlich von der Ehe unterschied. Wichtig war, dass die Beziehung als solche – eine feste Partnerschaft – erkennbar war. Somit war das Konkubinat von der Prostitution abgegrenzt. Solch eine Unterscheidung war wichtig, da Ehebruch im alten Rom strafbar war.
Das Konkubinat galt als alternative Möglichkeit des Zusammenlebens, wenn eine Eheschließung zum Beispiel aufgrund von Standesunterschieden nicht möglich war, beispielsweise zwischen einem Senator oder Ritter und einer Freigelassenen (einer ehemaligen Sklavin). Der Adel musste standesgemäß heiraten; nicht standesgemäße Ehen waren verboten. Das Zusammenleben im Konkubinat war vor allem beim Heer üblich. Römische Soldaten durften während ihrer Dienstzeit nicht heiraten. Pflegten sie aber mit Frauen im Umfeld der Militärlager feste Beziehungen, wurden diese in der Regel geduldet, denn Söhne aus diesen Beziehungen waren erwünschter Nachwuchs für die Hilfstruppen. Nach ihrer Entlassung aus dem Militärdienst erhielten diese Männer das römische Bürgerrecht.
Eine Konkubine war nicht erbberechtigt und hatte keinen Anspruch auf Mitgift. Die Nachkommen einer solchen Beziehung waren zwar legitim, aber nicht ehelich, und sie standen rechtlich nicht unter der väterlichen Fürsorge. Um erben zu können, mussten sie im Testament entsprechend berücksichtigt sein; es gab keine automatische Erbfolge.
Trotz dieser Nachteile war das Konkubinat üblich, und es gab sogar berühmte Beispiele aus dem Kaiserhaus. Kaiser Antoninus Pius heiratete nach dem Tod seiner Gattin Faustina nicht mehr, sondern lebte mit einer Freigelassenen im Konkubinat zusammen. Hätte er neu geheiratet, hätten Nachkommen aus einer solchen Ehe Anspruch auf die Herrschaft anmelden können. Die Nachfolge war jedoch von Kaiser Hadrian schon bei der Adoption des Antoninus für die nächste Generation geregelt worden.
Kaiser Commodus soll mit seiner Konkubine Marcia, einer Freigelassenen, schon zusammengelebt haben, als er noch mit Bruttia Crispina verheiratet war. Eine Anklage wegen Ehebruchs hatte der Kaiser wohl nicht zu befürchten. Nach der Verbannung der Crispina wurde Marcia sehr einflussreich, so dass ihr Status fast der einer Kaiserin war. Als sie es wagte, Commodus zu kritisieren, beschloss dieser, sie hinrichten zu lassen, aber Marcia wurde gewarnt und kam dem Kaiser zuvor, indem sie ihm Gift in den Wein mischte. Doch Commodus starb nicht daran. Sein Trainer Narcissus erwürgte ihn.
Natürlich war es einem Angehörigen der Oberschicht jederzeit möglich, sexuelle Beziehungen mit Sklaven und Sklavinnen einzugehen. Doch eine Konkubine stand weit darüber, konnte den Haushalt führen und sich um die Familie kümmern. Manchmal war sie so einflussreich, dass sie den Geliebten bzw. Partner auch politisch und finanziell unterstützen konnte, wie Caenis, die Konkubine Kaiser Vespasians.
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