Projektrecherchen über das Römische Imperium und seine Nachbarn, Persönlichkeiten und Gesellschaft
Mittwoch, 26. November 2025
Ahnenverehrung im alten Rom
Dass die alten Römer ihre Ahnen verehrten, ist einigermaßen bekannt. Dies geschah im privaten Haushalt, aber auch zu öffentlichen Festen, an denen die Verstorbenen kollektiv geehrt wurden.
Es waren die Manen, die Geister der Toten, die verehrt wurden. Nach Vorstellungen der Römer benötigten die Manen Aufmerksamkeit durch kultische Handlungen. Auch sie durften nicht vernachlässigt werden, denn ansonsten drohte sogar Schaden von ihnen. Nicht nur die Geister der Toten, sondern auch die ihrer Feinde wurden durch Sühneopfer besänftigt. Grabsteine sind meist den Manen „Dis manibus …“ der Verstorbenen gewidmet.
An bestimmten Feiertagen opferte man Tiere in entsprechenden Gruben, die ansonsten abgedeckt waren, denn so wurden die Manen, die aus der Unterwelt aufsteigen konnten, besänftigt. Die Manen wurden auch bei Eiden quasi als Zeugen aufgerufen.
Im Haushalt wurde die Manen am Hausaltar, dem Lararium, verehrt. Auch dort wurden sie durch Gebete und Opfer versöhnt. Die Bildnisse der Ahnen wurden, vorzugsweise in vornehmen Haushalten, im Atrium, dem Zentrum des Hauses und Empfangsbereich, aufbewahrt, entweder in Regalen oder Schränken. Die Ahnen waren ja auch Stolz der Familie und standen für Ruhm und Prestige. Meist bestanden die Bilder der Ahnen aus Wachs, in sehr vornehmen Häusern und gar in der kaiserlichen Familie kann man von Marmorporträts ausgehen.
War ein Familienmitglied verstorben, wurden die Ahnenbildnisse im Trauerzug mitgeführt. Große Trauerumzüge waren in der Kaiserzeit den Angehörigen der kaiserlichen Familie vorbehalten.
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