Sonntag, 31. Oktober 2021

Tiberius als Feldherr - eine Einführung

Kaiser Augustus führte Kriege nicht selbst, wenn er auch mitunter an Kriegsschauplätzen anwesend war. Die unmittelbare Armeeführung war nicht seine Stärke und er war klug genug, seine Heerführer agieren zu lassen. Neben Agrippa, seinem engsten Mitarbeiter, wurden vor allem seine Stiefsöhne Drusus und Tiberius mit militärischen Aufgaben betraut.

Freitag, 15. Oktober 2021

Die sexuellen Neigungen des Tiberius - Annäherung an ein schwieriges Thema

Die sexuellen Eskapaden des Tiberius datiert Sueton vor allem in die letzte Lebensphase des Kaisers, als er sich nach Capri zurückgezogen hatte. Sein Rückzug wurde auch als Wunsch geäußert, sich fern von Rom ungehemmt seinen grausamen und abartigen Neigungen hingeben zu können. Ich komme zu dem Schluss, dass man in Rom so dachte, weil es eben nahe lag: wer sich zurückzog, tat es, um etwas zu verbergen. Ich möchte nicht behaupten, an den Gerüchten sei gar nichts dran, aber sie verraten eben auch einiges über diejenigen, die sie verbreiteten.

Sonntag, 3. Oktober 2021

Die Ehen des Tiberius

Tiberius, Stiefsohn des Augustus, heiratete als junger Mann Vipsania Agrippina, eine Tochter des Agrippa, engster Freund und Helfert des Princeps. Eine Ehe innerhalb der römischen Aristokratie wurde frühzeitig arrangiert und diente der Festigung verwandtschaftlicher und politischer Beziehungen. Die Ehe zwischen Tiberius und Vipsania ist ein Beispiel dafür, dass da durchaus Harmonie, Zuneigung und Liebe wachsen konnten. Ein Glücksfall für Tiberius, der keine unproblematische Kindheit hatte: die Eltern waren mehrmals auf der Flucht, und schließlich kam es zur Scheidung; Livia heiratete Octavian, den späteren Kaiser Augustus.

Freitag, 17. September 2021

„In einem freien Staat müssen Zunge und Meinung frei sein“ – Sueton zitiert Tiberius

C. Suetonius Tranquillus, abgekürzt Sueton, lebte Ende des ersten und Anfang des zweiten Jahrhunderts – wie auch Tacitus, den er wahrscheinlich kannte. Sueton gehörte dem Ritterstand an. Seine Familie hatte enge Beziehungen zum Kaiserhaus. Während seiner Laufbahn wurde er von seinem Freund und Förderer Plinius dem Jüngeren unterstützt. Er trat in den Dienst Kaiser Trajans, wo er sich wahrscheinlich um Archive „a studiis“ kümmerte; später oder gleichzeitig übernahm er die Aufsicht über die öffentlichen Bibliotheken Roms und wurde schließlich Kanzleichef Kaiser Hadrians. Seine Kaiserbiografien sind eine wichtige Quelle. Sueton hatte Zugang zu Briefen und Senatsprotokollen, und er orientierte sich stark am Geschmack der Leser, die Klatsch und Skandalgeschichten liebten. Er überliefert bemerkenswerte Aussprüche des Tiberius.

Samstag, 28. August 2021

Tiberius - eine Einführung

Ich bin hier gleich ohne Einleitung mit einem extra langen Text eingefallen. Aber ich knüpfe daran an, was ich im Trajan-Blog über Tiberius geschrieben habe – die Texte sind unten verlinkt. Tiberius war der zweite römische Kaiser, der Nachfolger des Kaisers Augustus, den man den wohl bedeutendsten Herrscher Roms nennen kann, und dessen Stiefsohn. Seine Mutter war Livia Drusilla. Tiberius war lange Zeit nicht für die Nachfolge vorgesehen. Zunächst war Agrippa, der engste Vertraute des Augustus, ein Mann aus dem Ritterstand, der Stellvertreter des Princeps. Große Hoffnungen setzte Augustus auch in Marcellus, den Sohn seiner Schwester Octavia. Doch Marcellus starb früh.

Freitag, 27. August 2021

Kaiser Tiberius: Tacitus hat das Wort

Publius Cornelius Tacitus war wohl der berühmteste Historiker im alten Rom. Seine politische Karriere begann unter den Flaviern. Im Jahr 112, unter Kaiser Trajan, war er Prokonsul von Asia. Jenes Amt war Höhepunkt und Abschluss der Laufbahn eines Senators. Seinen literarischen Ambitionen war Tacitus in seiner Freizeit nachgegangen und nach dem Rückzug aus der aktiven Laufbahn konnte er sich ihnen mit ganzem Eifer widmen. Einen Teil seiner Werke verfasste er in Trajans letzten Jahren und unter Hadrian, in einer Zeit, als das Principat, die Monarchie, bereits fest etabliert war. Und manche Textstellen lassen Vermutungen zu, Tacitus könnte mit Äußerungen über Augustus und Livia Parallelen zu Trajan und Plotina ziehen, und der ungeliebte Nachfolger Tiberius, der manch unpopuläre Maßnahme durchsetzen musste, ließ Zeitgenossen vielleicht an Hadrian denken.